Kurz vorgestellt: Checklisten Krankheitslehre

Heute stelle ich eines der sehr praktischen Fachbücher für Ausbildung und Beruf vor. Es geht um die Beschreibung der wichtigsten Krankheitsbilder für den Dienstgebrauch. Nach dem erweiterten Durst-Prinzip aufgebaut, werden vom Abszess bis zur Zytomegalie auf insgesamt 318 Blättern im handlichen Querformat eines Ringordners klassische Erkrankungen dargestellt.

Aufbau

Auffällig ist die klare und gerasterte Struktur der kartonierten Blätter. Unter dem in blau gehaltenen und gefetteten Krankheitsbegriff findet sich die kursiv gesetzte Kurzdefinition des Krankheitsbildes, das nach dem erweiterten Durst-Prinzip der Ursachen, Symptome, Diagnostik, Therapie und den Hinweisen zur Pflege kurz beschrieben und durch das Raster in jeweils drei Blöcke klar definiert wird. Bei den meisten Krankheitsbildern findet sich diese übersichtliche Darstellung auf jeweils einer Seite, sind ausführlichere Erläuterungen notwendig – beispielsweise beim Krankheitsbild Adipositas mit zahlreichen Hinweisen zur Pflege und besonderen Informationen zu Komplikationen und Begleiterkrankungen – wird die Darstellung auf der nächsten Seite des Blattes fortgesetzt. Die alphabetische Ordnung erleichtert das Suchen auch ohne Register, dafür mit einer blau abgesetzten Fußzeile. Natürlich sollte man sich beim Blättern nicht nur an den Vorderseiten orientieren, denn einige Krankheitsbilder beginnen auf den Rückseiten, zur besseren Orientierung befindet sich ein Stichwortregister im Anhang.

Inhalt

Die Reihenfolge verläuft querbeet, d.h. Atemwegserkrankungen, Herzerkrankungen, degenerative Erkrankungen der Gelenke und Knochen, Krankheiten des Urogenitalsystems, Infektionskrankheiten, Augenerkrankungen, HNO-Krankheitsbilder und Hautkrankheiten sind Bestandteile dieses Kompendiums. Demzufolge sind die stichwortartige Diagnostik und Symptomatik verkürzend eine Zusammenfassung von diagnostischen Verfahren und den Leitsymptomen vorbehalten und sicherlich nicht mit der vertiefenden Darstellung in medizinischen Fachbüchern zu verwechseln. Dieses Handbuch richtet sich an Mitarbeiter:innen in Pflegeberufen, die in der Praxis schnell verfügbares Überblickswissen benötigen, um danach Spezialwissen zu recherchieren.

Machen wir die Probe aufs Exempel: Arteriosklerose. Ich muss natürlich nicht lange suchen und finde sie zwischen der Apendizitis und der rheumatoiden Arthritis. Die Ursachen der häufig im Alter auftretenden Gefäßerkrankung werden kurz in vier Stichpunkten beschrieben, unter der Symptomatik finden sich die Folgeerkrankungen, die Therapieformen sind dementsprechend allgemeingefasst und skizzieren mit den Hinweisen zur Pflege die notwendigen Prophylaxen zur Behandlung beeinflussbarer Risikofaktoren und Patient:innenberatung(en). Es gibt also genügend Ansatzpunkte, weiterführendes Wissen durch Fachbücher zu generieren. Kritikpunkt ist, dass es keine, auch grafisch hervorgehobenen Querverweise zu den Folgeerkrankungen gibt oder beispielsweise auch zu Begleiterkrankungen, dies würde das Wissen besser vernetzen.

Ein zweites Beispiel, diesmal vom Ende: Ich suche die Zystitis. Die Zystitis ist eine Entzündung der Harnblase und wird synonym als Blasenentzündung bezeichnet. Ursachen und Symptome werden in sechs Stichpunkten ausreichend dargestellt, bei der Diagnostik erfolgt der Hinweis auf den Labornachweis sowie den Erregernachweis. Was sehr verkürzt dargestellt ist, findet sich in den Hinweisen zur Pflege. In knappen sieben Stichpunkten wird auf die ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Miktion bei Harndrang, lokaler Wärmeanwendung bei Schmerzen und der sorgfältigen Intimhygiene hingewiesen sowie die Einnahme von Cranberry-Produkten empfohlen, dennoch erscheint mir dies als nicht ausreichend, um diese gerade bei Frauen häufig anzutreffende Blasenentzündung auch die Prophylaxen betreffend darzustellen. Am Anfang unserer Ausbildung beschäftigten wir uns in Theorie und Praxis sehr ausführlich mit den Prophylaxen in der Pflege, wo die Zystitisprophylaxe natürlich dazugehört.
So fehlt in der Übersicht bei den Symptomen eine ausführliche Beschreibung des Urins (beispielsweise auch Blutbeimengung) und auch die Einfuhr- und Ausfuhrbeobachtung in der Dokumentation sowie die Verabreichung spezieller Teesorten bei den Pflegehinweisen. Bei den Ursachen einer Zystitis fehlt zudem der Vermerk, dass es sich um Nierenerkrankungen oder auch eine Immunschwäche handeln kann.

Als Ergänzung zu den umfangreichen Pflege-Nachschlagewerken ist dieses kompakte Buch aus dem Elsevier-Verlag sehr empfehlenswert.

Checklisten Krankheitslehre, 4. Auflage, zusammengestellt von Dr. Petra Becker. Elsevier: 2019

Veröffentlicht von maxkretzschmar2013

Proud to care ist meine Einstellung. Ich habe gemeinsam mit meiner Frau meine Mama häuslich gepflegt und befinde mich in der dreijährigen examinierten Fachausbildung zur Pflegefachkraft. Um ein guter Fachmann zu werden, bilde ich mich auch in meiner Freizeit autodidaktisch fort, so wie ich das methodisch in meinem Universitätsstudium erlernte. Ich bin Magister artium der Kommunikationswissenschaft, Philosophie und Neuere/ Neueste Geschichte. Zuvor arbeitete ich einige Jahre in der Öffentlichkeitsarbeit und erlernte den Beruf des Feinoptikers im VEB Kombinat Carl Zeiss Jena.

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